"Einen haufen bücher mit übelerfundenen titeln gibt es, die hausieren gehn und das bunteste und unverdaulichste gemisch des manigfalten wissens feil tragen. fände bei den leuten die einfache kost der heimischen sprache eingang, so könnte das wörterbuch zum hausbedarf, und mit verlangen, oft mit andacht gelesen werden. warum sollte sich nicht der vater ein paar wörter ausheben und sie abends mit den knaben durchgehend zugleich ihre sprachgabe prüfen und die eigne anfrischen? die mutter würde gern zuhören. frauen, mit ihrem gesunden mutterwitz und im gedächtnis gute sprüche bewahrend, tragen oft wahre begierde ihr unverdorbnes sprachgefühl zu üben [...]. man darf nur nicht die fesselnde gewalt eines nachhaltigen füllhorns, wie man das wörterbuch zu nennen pflegt, und den dienst, den es thut vergleichen mit dem ärmlichen eines dürren handlexicons, das ein paarmal im jahr aus dem staub unter der bank hervor gelangt wird, um den streit zu schlichten, welche von zwei schlechten schreibungen den vorzug verdiene oder die steife verdeutschung eines geläufigen fremden ausdrucks aufzutreiben."
Jacob Grimm, Vorwort Deutsches Wörterbuch, Berlin 1854, S. XIIf.
"Ziel des Projekts 'Digitales Wörterbuch' (DWDS) ist die Erstellung eines digitalen Wörterbuchsystems auf der Basis sehr großer elektronischer Textcorpora. Dabei baut es auf dem sechs-bändigen Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) auf, und verknüpft dieses mit eigenen Text- und Wörterbuchressourcen. In der derzeitigen Fassung des DWDS, dem Wortinformationssystem, werden Wörterbuchartikel mit Textbeispielen und statistischen Kookurrenzinformationen verknüpft. Die Projektergebnisse stehen somit bereits vor dem Beginn der eigentlichen lexikographischen Arbeit für breite Nutzergruppen zur Verfügung."
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts [
http://www.dwds.de/woerterbuch].